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2. Pheromongesteuerte Verhaltensweisen
Pheromon [gr.] = „Träger von Erregung“
Wissenschaftliche Definition nach Karlson und Lüscher (1959):
Chemische Botenstoffe , die von einem Individiuum einer Art nach außen abgegeben werden und bei einem Individuum der gleichen Art spezifische Wirkungen auslösen.
2. Pheromongesteuerte Verhaltensweisen
a.) Werbepheromon der Rotseitigen Strumpfbandnatter
Diese Schlangenart lockt im Frühjahr durch ein Pheromon, das am Körper der Weibchen haftet, bis zu 100 männliche Tiere an. Beim folgenden Werbeverhalten bilden sie ein Paarungsknäuel aus. Nach der Kopulation wird das Weibchen nicht mehr weiter beachtet, da sie durch ein Pheromon des Männchens gekennzeichnet wird.
b.) Reproduktionsverhalten beim Syrischen Goldhamster
Dieses Wirbeltier hat im Zusammenhang mit den Untersuchungen von Fortpflanzungshormonen eine erhebliche Bedeutung erlangt, weil das Sexualverhalten in ungewöhnlicher Weise vom Geruch abhängig ist.
Das Vaginalsekret des Weibchens enthält Dimethyldisulfid und Aphrodisin. Diese chemischen Signale dienen als Lock- und Kopulationspheromone.
c.) Urin beeinflusst das Verhalten von Mäusen:
In Anwesenheit einer Weibchengruppe verlängert sich der Zyklus, bei Anwesenheit eines Männchen verkürzt er sich
Die Verbindungen 2-sec-Butyldihydrothiazol und Dehydro-exo-brevicomin lösen Aggressionen bei Männchen aus
Pheromone weiblicher Mäuse verzögern den Pubertätsbeginn
Kürzlich besamtes Weibchen, wird mit einem fremden Männchen zusammengebracht " befruchtetes Ei kann sich im Uterus nicht einnisten
Die Detektion von Pheromonen erfolgt bei Säugetieren durch das vomero-nasale Organ. Bei diesem Organ
handelt es sich um paarige Röhren, die an der einen Seite blind enden und bei den meisten Tieren keinerlei Verbindungen mit der Nasenhöhle aufweisen. Bei Schlangen ist es mit der Mundhöhle verbunden. Das Jacobson-Organ ist mit einer wässrigen Lösung gefüllt und wölbt sich um die Wand eines Blutgefäßes. Auf der anderen Seite ist es von einem sensorischen Epithel begrenzt. Dort befinden sich die pheromonsensitiven Sinneszellen.
Bisher sind drei Familien von den Pheromonrezeptoren entdeckt worden: V1R, V2R und V3R. Diese Proteine gehören zur Superfamilie der G-Protein-gekoppelten Rezeptoren mit sieben transmembranen Domainen. Die Rezeptoren werden in VNO-Neuronen exprimiert, wobei V1R in der vorderen Schicht des Epithels, V2R in der hinteren Schicht exprimiert werden. V3R kommt in beiden Schichten vor.
Ein weiteres von Pheromonen gesteuertes Verhalten, das sich bei einigen Tierarten findet, ist das Flehmen oder auch Lippe – Kräusel – Reaktion genannt. Kat zen, Huftiere, Fledermäuse und einige Säuger zeigen dieses Verhalten.
Um die pheromonhaltige Luft oder Flüssigkeit in das VNO zu überführen wird die Oberlippe nach oben gezogen, der Kiefer wird auseinander geschoben und der Kopf emporgehoben.


Autor: Katja Großhans
Agosta, William C. (1992) Dialog der Düfte. Spektrum Verlag, Heidelberg
Weitere Referate zu diesem Themenbereich:
Pheromone bei Insekten
Geruchsinn